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Reisebericht Veligandu Island 2002

Reisezeit: Oktober 2002
Veranstalter: ITS
Airline: LTU
Teilnehmer: 2 Erwachsene, 1 Kind (12 Jahre)

Nach langer Vorfreude war es im Oktober endlich soweit: Unsere erste Maledivenreise. Nach ausführlichem Studium der Reiseberichte und Foren-Einträge unter http://www.malediven.net haben wir uns für Veligandu entschieden. Kriterien dafür waren: Kleine, ruhige Insel, keine Animation, Hausriff gut erreichbar, gute Bewertung von Service und Essen, vernünftiger Preis für das mitreisende Kind. ITS bietet zum Glück Kinderfestpreise bis 14 Jahre, allerdings nicht auf allen Inseln. So blieben am Ende Vakarufalhi und Veligandu in der engeren Auswahl übrig. Da beide Inseln fast identisch gut bewertet wurden, haben wir uns mit Veligandu für die etwas günstigere Lösung entschieden. Um das Fazit vorwegzunehmen: Wir haben unsere Wahl nicht bereut, es war ein traumhafter Urlaub, der unsere Erwartungen voll erfüllt hat.

Im Einzelnen:

Anreise:
Nach mehreren leidvollen Erfahrungen in den letzten Jahren mit Charterflügen in der Economy-Class, haben wir uns diesmal entschieden First Comfort von LTU zu buchen. Der Aufpreis ist mit 750 Euro/Person zwar ziemlich böse, aber dafür kommt man doch deutlich erholter an. Tipp: Reihe 6 in der Economy (die erste Reihe hinter der FCC) bietet genauso viel Platz und ist keine Notausgang-Reihe. Wer also früh bucht und eine LTU-Card für die Sitzplatzreservierung hat, kann hier evtl. einiges sparen und trotzdem bequem fliegen.

Beim Einchecken gibt es einen eigenen First-Comfort-Schalter, was in unserem Fall jedoch keinen Vorteil bot, da es an allen Schaltern für unseren Flug recht leer war. Auf den roten Teppich könnte ich gerade noch verzichten ;-). Ganz nett sind aber die Gutscheine für die Lounge, dort kann man die Wartezeit bis zum Einsteigen recht gut überbrücken und muß für Getränke und kleine Snacks nichts extra bezahlen.

Nachdem wir dort also einige Freigetränke erbeutet hatten, ging es auch schon pünktlich in unsere A330, die uns nach Male bringen sollte. Wir hatten für den Hinflug Plätze in der ersten Reihe, die nochmal etwas mehr Platz bieten, als die sowieso schon recht guten 104 cm der First Comfort Class. Der Flug verlief pünktlich und weitgehend ereignislos, der Service und das Essen waren sehr gut. In der FCC kümmern sich 2 Mitarbeiter um 18 Gäste, Getränke sind jederzeit verfügbar, auch mitten in der Nacht. Wasser wurde auf Wunsch für die Nacht gleich in Literflaschen ausgegeben. Für Unterhaltung sorgen neben den üblichen Bildschirmen in der Kabine zusätzlich Monitore in den Sitzen, wo man zwischen 6 Filmen wählen kann, die in zwei Blöcken gezeigt werden.

Kurz vor der pünktlichen Landung in Male wurde die Kabinentemperatur schrittweise auf 26 Grad hochgefahren, dadurch ist der Schock nicht so groß, wenn die Türen aufgehen. Wir wurden allerdings die wenigen Meter bis zum Terminal mit dem Bus gefahren, so dass man erst gar nicht groß ins Schwitzen kam. Die Zollkontrolle war problemlos, wenn auch etwas gemächlich. Unser erster Kontakt mit "Maldivian time" ;-). Fazinierend fand ich auch, dass an jedem Schalter zwei Beamte saßen. Der erste prüft und markiert diverse Felder auf der Einreisekarte stempelt die Pässe und entnimmt eines von drei Blättern der Einreisekarte. Der zweite nimmt als seine einzige Aufgabe ausschließlich das Blatt für das Gesundheitsamt aus dem Paß. Auch eine Methode Arbeitlose zu vermeiden....

Auf dem Weg aus dem Terminal wurden dann noch Koffer und Handgepäck durchleuchtet, ohne jede Frage oder sonstige Kontrollen. Vor dem Terminal empfing uns direkt ein ITS-Mitarbeiter, der uns tatsächlich auf seiner Liste stehen hatte (da habe ich in anderen Ländern schon andere Erfahrungen gemacht) und uns den Weg zum Schalter von Maldivian Air Taxi zeigte. Dort wurden unsere Koffer mit passenden Anhängern gekennzeichnet und nachdem wir kaum Zeit hatten endlich eine Zigarette zu rauchen, ging es schon per Bus zum Terminal von MAT. Auf dem Weg überquert man die Startbahn des Flughafens. Die Straße ist auf jeder Seite der Startbahn mit einer Ampel und einer Schranke gesichert, die ebenfalls von jeweils einem Mitarbeiter betreut werden.

Im Gebäude von Maldivian Air Taxi war der Schalter für Veligandu nicht zu übersehen. Unsere Koffer und das Handgepäck wurden gewogen und trotz unserer insgesamt 15 kg Übergepäck ohne Aufpreis entgegengenomen. Später haben wir erfahren, dass andere Passagiere unseres Wasserfliegers für eine vergleichbare Übergepäckmenge bezahlen durften. Keine Ahnung welche
Kriterien da zugrunde gelegt werden. Vielleicht hatten wir Glück, weil wir mit die ersten für unseren Flug waren.

Nach 75 Minuten Wartezeit wurden unser Flug aufgerufen und wir konnten die letzte Etappe zu "unserer" Insel antreten. Die Piloten machten einen sehr routinierten Eindruck und nach 20 Minuten landeten wir direkt neben der Sandbank von Veligandu.

Tipp: Die Getränke im Terminal von MAT sind mit einem Preis von 1 US$ wesentlich günstiger als im Hauptgebäude des Flughafens.

Nach der Ankunft wurden wir sofort von der Reiseleiterin in Empfang genommen, die uns erstmal in die Bar führte, wo es kalte Tücher und Getränke gab. Dort wurden dann die Formalitäten erledigt und auch eine kurze Einführung zur Insel gegeben. Positiv fand ich, dass gleich hier auf den korrekten Umgang mit dem Hausriff hingewiesen wurde (nichts anfassen, keinen Sand aufwirbeln, nicht auf den Korallen rumtrampeln). Nach dieser kurzen Einführung wurde auf eine ausführlichere Veranstaltung am Abend verwiesen und wir zu unseren Bungalows geleitet.

Bungalows:
Alle Bungalows auf Veligandu liegen mehr oder weniger am Strand. Teilweise zwar etwas nach hinten versetzt, aber alle in der "ersten Reihe". Es gibt einige wenige Unterkünfte in der Mitte der Insel, die werden jedoch i.d.R. von Reiseleitern und Tauchlehrern bewohnt. In den Katalogen der Reiseveranstalter sind diese Bungalows auch nicht zu finden.

Wir hatten einen Superior Bungalow gebucht (also die Standard-Kategorie bei den meisten Veranstaltern), unser Vorabwunsch per E-Mail wurde berücksichtigt (131-137 angefragt, 136 bekommen). Die Lage unseres Bungis war sehr schön, der Strandabschnitt auch bei Flut sehr breit und mit diversen Bäumen, die genügend Schatten spenden. Wir hatten uns übrigens bewußt für die Westseite entschieden (die Windseite im Oktober) und waren froh über diese Entscheidung. Der ständige leichte bis mittlere Wind ist sehr angenehm, auf der nur wenige Meter entfernten Ostseite war es dagegen fast windstill und ziemlich warm. Etliche Gäste sind von dort am Nachmittag auf die freien Liegen der Sandbank "geflohen", weil es dort angenehmer war.

Die Ausstattung unseres Bungalows war wie erwartet. Neben einem großen Doppelbett gibt es noch ein geräumiges Einzelbett, dass auch für einen Erwachsenen genügend Platz bietet. Dazu Klimaanlage, Deckenventilator, Minibar, großer Safe und eine kleine Stereoanlage mit CD-Player. Für schlechtes Wetter gibt es außerdem zwei Schirme. Die Möblierung ist zwar nicht neu, aber in sehr gut renoviertem Zustand. Keine 5 Sterne, aber es ist alles vorhanden was man benötigt und sehr sauber.

Die Stromversorgung ist 220V, Stecker nach englischer Norm. Adapter ist vorhanden und gibt es außerdem auch an der Rezeption.

Das Badezimmer ist halboffen, allerdings befinden sich alle sanitären Einrichtungen im überdachten Bereich. Unter freiem Himmel ist lediglich eine von zwei Wäscheleinen angebracht. Die Austattung des Badezimmers machte einen relativ neuwertigen und gut gepflegten Eindruck. Die Dusche ist sogar überdurchschnittlich geräumig und der Wasserdruck wie man ihn von zuhause kennt. Vor dem Bungalow gibt es eine kleine überdachte Terrasse mit zwei Stühlen und einem kleinen Tisch. Am Strand zusätzlich zwei Holzliegen, einen kleinen Holztisch und zwei Liegestühle aus Kunststoff. Alle Teile sind nummeriert und gehören fest zum Bungalow. Für die Holzliegen wurden während unseres Aufenthalts dicke, bequeme Auflagen geliefert, die nun für alle Bungalows vorhanden sein sollten.

Tipp zur Minibar: Nach Ankunft einen Blick auf die Preisliste werfen, insbesondere die bereitstehenden Cashew-Kerne sind mit 4,50$ heftig teuer! Es wurde übrigens in einem anderen Reisebericht mal behauptet, es stünden abgelaufene Getränke in der Minibar. Das ist definitiv nicht so. Vermutlich hat der Autor nicht realisiert, dass auf den Flaschen nicht das Haltbarkeits- sondern das Herstellungsdatum steht (MFD = manufacturing date)!

Da immer wieder Fragen zur Lage der Bungalows gestellt werden, hier mal meine eigene (subjektive) Bewertung:

Westseite: Die schönsten Bungis sind 134-136, 139, 142, 143 und 148. Diese haben jeweils genügend Strand vor der Haustür, direkten Blick auf Meer und Sonnenuntergang und genügend Schatten durch Bäume. Abraten würde ich von 130, 131 und 140, da diese entweder zu sehr unter Bäumen liegen oder hinter Büschen und daher ohne Meerblick. Von den Deluxe-Bungalows kann ich nur 128/129 empfehlen. Diese liegen an der Nordwest-Seite der Insel, in der Nähe der Wasserbungalows. Hier ist der Strand besonders schön und die Lage sehr ruhig. Die Nr. 150/151 liegt dagegen direkt am Fußballplatz und hat fast keinen Strand vor der Tür. Außerdem gibt es hier keinen Schatten, die Terassen sind ab mittags fast voll der Sonne ausgesetzt. Da diese Bungis zwischen Tauchschule/Restaurant und den restlichen Bungalows auf der Westseite liegt, ist hier immer recht viel Verkehr. Im Bereich von 132-138 schaut im Bereich des Flutsaums übrigens eine Korallenbank aus dem Sand. Es gibt aber ein paar Lücken, so dass man trotzdem problemlos ins Wasser kommt. Bei Ebbe ein leichter optischer Mangel, der uns aber nicht weiter gestört hat. Das ist halt Natur und mit den nächsten Stürmen wird sich das Bild bestimmt wieder verändern.

Ostseite: Am schönsten liegen hier 109-111 (viel Strand, Meerblick, Sonnen- und Schattenplätze), abraten würde ich von 112, 113, 117, und 125-127, da diese hinter Büschen oder zu sehr unter Bäumen liegen. Die restlichen Bungalows haben mehr oder weniger dieser Vor- und Nachteile und sind durchaus zu empfehlen.
Die Deluxe-Bungalows auf der Ostseite haben mir nicht so gut gefallen, da vor diesen künstliche Wellenbrecher aus Korallensteinen im Wasser liegen, die den Ausblick beeinträchtigen. Das ist übrigens die einzige Stelle mit echten Wellenbrechern, auf der Westseite gibt es lediglich drei ca. 10 Meter lange Felszungen, die im rechten Winkel zum Strand angebracht sind und nicht weiter stören. Bei den beiden Deluxe-Bungis am Restaurant (das müßte Nr. 101/102 sein!?) kann man leider immer die Aktivitäten der Küche riechen, während die beiden übrigen sehr dicht am Generator liegen. Fazit: Wenn schon Deluxe-Bungi, dann Nr. 128/129 reservieren!

Die Wasserbungalows liegen alle recht schön an der Nordspitze der Insel, von außen unterscheiden sich alte und neue Bungalows kaum. Zur Ausstattung kann ich leider nichts sagen, da wir keinen dieser Bungis besichtigt haben.

Wenn ich etwas mehr Zeit habe, gibt es noch Einzelkritiken zu den Bungalows mit einigen Fotos.

Restaurant/Essen:
Gemütlich eingerichtetes Restaurant mit Sandboden. Die Seiten sind offen, nur bei schlechtem Wetter werden Bambus-Matten heruntergelassen. Man bekommt am Anfang seines Urlaubs Tisch und Kellner fest zugeteilt. Außer dem Innenbereich gibt es auch noch eine große Terasse, auf der bei geeignetem Wetter zweimal pro Woche das Abendessen serviert wird. Hier findet man die gleiche Tischanordnung wie innen, so dass man auch dort seinen festen Tisch hat. An den übrigen Tagen kann man übrigens auch gegen einen kleinen Aufpreis sein Abendessen auf der Terasse servieren lassen. Zusätzlich gibt es immer wieder Sonderaktionen, wie z.B. ein Full-Moon-Dinner am Strand (allerdings 30$ Aufpreis pro Person).

Frühstück: Immer in Buffet-Form. Es gibt etliche Sorten Brot, von Toast über Brötchen bis hin zu verschiedenen Sorten Croissants. Dazu jede Menge Obst, Marmeladen, etwas Käse und Wurst, Rührei sowie mehrere Sorten Cornflakes, etc.. Frisch zubereitet werden außerdem gekochte Eier, Spiegeleier, Omletts und Waffeln. Dazu gibt es entweder Würstchen oder Speck sowie gegrillte Champignons und Grilltomaten. Für die ganz harten werden auch noch Bohnen in Tomatensoße angeboten. Als Getränk wird Kaffee (stärker als in Deutschland aber sehr lecker) oder Tee angeboten, dazu Säfte (aus dem Automaten) und Milch. Alles in allem sehr viel Auswahl.

Mittagessen: Ebenfalls immer in Buffet-Form und mit 14-Tage-Programm. Während unseres Aufenthalts haben sich hier nur wenige einzelne Komponenten wiederholt, insgesamt gab es jeden Tag etwas anderes zur Auswahl. Angeboten wurden, neben einem Salatbuffet, mehrere warme Gerichte und unterschiedliche Beilagen, aus denen man sich seine Wunschkombination selbst zusammenstellen konnte. In der Regel gab es immer mindestens ein Gericht mit Fisch, eins mit Fleisch und eines mit Geflügel. Häufig wird zusätzlich noch Fisch vom Grill angeboten, dienstags gibt es außerdem sehr leckere Hamburger. Der einzige Unterschied zu den Abendbuffets war, dass es mittags keine speziellen Themenbuffets gab. Vom Umfang her jedoch kaum ein Unterschied. Das Highlight eines jeden Buffets waren übrigens die Desserts. Von Cremespeisen über Eis und frische Früchte, bis hin zu diversen Kuchen war alles vertreten. Dabei sind die Nachspeisen nur moderat gesüßt und für den mitteleuropäischen Gaumen daher sehr genießbar.

Abendessen: An drei Abenden gibt es Menüwahl, d.h. beim Frühstück sucht man sich Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise aus einer Liste von jeweils 5 Angeboten aus. An den restlichen Abenden gibt es folgende Themenbuffets:

Pasta und Meeresfrüchte: Hauptsächlich Nudelgerichte (5 oder 6 verschiedene) plus zwei Fischgerichte. Jedoch keine Scampis, Muscheln o.ä., vermutlich weil diese gegen Aufpreis immer angeboten werden. Die Nudelgerichte brauchten sich jedoch vor dem Italiener zuhause durchaus nicht zu verstecken.

Maledivisches Buffet: Alle Arten maledivischer Spezialitäten, Curries mit Fisch, Fleisch und Geflügel, maledivische Vorspeisen (Fischbällchen, gefüllte Teigtaschen, u.v.m.). Man sollte allerdings etwas aufpassen, da einige Gerichte ziemlich scharf gewürzt sind. Die Köche stehen gerade an diesen Abend mit erklärenden Worten zur Seite, wobei allerdings "a little spicy" für "ziemlich scharf" steht ;-).

Mongolisches Buffet: Würde ich eher als chinesisches Buffet bezeichnen. Es wird auf vier großen Stahlplatten in Streifen geschnittenes Rindfleisch, Schweinefleisch, Hühnchen, bzw. Fisch angebraten und mit diversen Gemüsen, Gewürzen und Soßen vermischt. Am Ende kommen wahlweise Nudeln oder Reis dazu. In etwa vergleichbar mit gebratenen Nudeln, bzw. gebratenem Reis in einem chinesischen Restaurant (bei schönem Wetter auf der Terasse).

Barbecue: Es werden alle Arten von Fleisch und Fisch gegrillt (bei schönen Wetter auf der Terasse).

Zu allen Buffets gibt es eine große Auswahl an Vorspeisen und Salaten sowie das schon beim Mittagessen erwähnte Dessert-Buffet.

Insgesamt fanden wir die Menüs zwar recht gut, gegenüber den Buffets fielen sie jedoch etwas ab. Außerdem wurden gelegentlich gleiche Gerichte an unterschiedlichen Tagen unter verschiedenen Namen angeboten. Warnen möchte ich allerdings vor Gerichten, die vom Namen her an die deutsche Küche erinnern. So waren z.B. die Cordon Bleus nicht ganz das, was man darunter erwartet hätte (sehr gepfeffert und etwas ungewöhnlich vom Fleisch her). Sehr gut dagegen die Fischgerichte und die vegetarischen Angebote. Man kann an den Menütagen auch Sonderwünsche äußern und z.B. die Beilagen ändern. Für Kinder kann man z.B. auch eine Portion Pommes bestellen, falls die auf der Menükarte mal nicht fündig werden. Dann gibt es auch noch die Möglichkeit Pizza vorzubestellen, eine entsprechende Liste hängt am Eingang des Restaurants. Allerdings ist die Pizza nicht im Preis enthalten. Ebenfalls gegen Aufpreis gibt es auch Hummer und Garnelen. Im Preis enthalten sind nach dem Essen übrigens Kaffee und Tee. Nach neuesten Informationen soll es inzwischen nur noch an 2 Tagen Menüwahl geben, die restlichen Tage ausschließlich Buffets.

Alles in allem war das Essen sehr gut und mit viel Auswahl. Wer da nicht fündig wird ist selber schuld. Fast die gesamte Küchenbesatzung kommt in diesem Jahr übrigens aus Sri Lanka, was ich aber als positiv empfunden habe. Dadurch kamen auch die einheimischen Gerichte nicht zu kurz.

Bar:
Die Bar ist, wie alle Einrichtungen der Insel, mit einem Sandboden versehen. Die Seitenwände (Türen) lassen sich bei schönem Wetter komplett wegklappen, so dass ein angenehmer Luftzug für Kühlung sorgt. Das Angebot ist umfangreich, aber malediven-typisch recht teuer. So kosten Softdrinks 2,50$, Bier 4$, Cocktails zwischen 4,50$ und 10$, sonstige Spirituosen zwischen 3 und 7$. Von 18:30 - 20:00 Uhr ist Happy Hour mit 20% Rabatt auf alle Preise. An mehreren Abenden gibt es außerdem bis zu 30% Nachlaß auf bestimmte oder auch alle Cocktails.

All inclusive lohnt sich meiner Meinung nach übrigens nicht, auch wenn Wasser in 1/2 Liter-Flaschen inzwischen inclusive ist. Wir haben in 14 Tagen ca. 850$ an Nebenkosten gehabt (2 Erwachsene, 1 Kind, inkl. 2 Ausflügen), während uns AI über 1000 EUR Aufpreis gekostet hätte. Tagsüber bedient man sich dann doch öfter mal aus der Minibar, die nicht im AI enthalten ist. VP ist meiner Meinung nach die günstigere Alternative.

Unterhaltung:
Es gibt zum Glück keinerlei Animation auf der Insel. Die einzigen Abendveranstaltungen sind eine Videovorführung der Tauchschule (durchaus sehenswert!), ein Abend mit einheimischer Live-Musik und das obligatorische Krabbenrennen. Bei letzterem wird mit Bier auf die Krabben gewettet und die Preise auch in Bier ausgezahlt. Dabei wurde von Fosters bis Zipfer so ziemlich alles an Dosenbier als Preis ausgesetzt, was gerade verfügbar war. Na ja....
Zusätzlich konnte man allerdings auch einige "bessere" Preise gewinnen (ein Picknick auf Madivaru, Massagen, etc.). Ansonsten waren die Abende eher ruhig. Die Insel ist deshalb definitiv nichts für Singles, die Action suchen, zumal ein Großteil der Gäste Paare sind.

An der Rezeption kann man sich auch CDs ausleihen und neben der Bar gibt es eine Bibliothek, die aus gespendeten Büchern der Gäste besteht. Außerdem steht dort ein Fernseher mit Videoplayer, einige deutsche Filme sind vorhanden. In der Nähe der Bar gibt es noch einen Kicker, einen Billardtisch, ein Dart-Board und eine Tischtennisplatte (alles kostenlos).

Unterwasserwelt:
Als (bisher) Nur-Schnorchler waren wir mit dem Hausriff sehr zufrieden. Insbesondere der Bereich an der Flugzeug-Plattform war sehr interessant und abwechslungsreich. Allerdings variierte dort die Sicht je nach Wind und Gezeiten von "sehr gut" bis "geht so gerade". Dafür haben wir dort reichlich Fische gesehen, neben vielen Arten von Schwarmfischen auch eine Schildkröte (regelmäßig früh morgens anzutreffen), mehrere Haie (bis 1,8m), Adlerrochen, Muränen, Zackenbarsche, Papageienfische und auch die "beliebten" Riesendrücker. Letztere waren zu unserer Reisezeit aber friedlich. Weiteres Highlight ist ein ziemlich großer Schwarm Makrelen, der immer in der Nähe des Steges anzutreffen war. Dort wo das Riff nach Norden abbiegt (markiert durch eine Stange) ist die Strömung streckenweise recht heftig, also vorsichtig sein. An der Flugzeugplattform kann man direkt am Riff einsteigen, auf der Westseite ebenfalls über den Bootssteg. Dort kann man bei Flut an mehreren Stellen über das Riffdach zum Strand zurückschwimmen. Die Einstiege an der Ostseite sind etwas weiter vom Strand entfernt und nur schwimmend zu erreichen. Das Riff ist was die Korallen angeht, generell noch ziemlich tot. Es sind aber erste kleine Farbtupfer zu erkennen, die auf eine Erholung schließen lassen. Als Malediven-Erstbesucher fand ich es unter Wasser aber trotzdem sehr beeindruckend.

Ganz nett war auch die mehrmals wöchentliche Schnorchelsafari. Insbesondere ein Platz am Außenriff (bei Madivaru) hat uns sehr gut gefallen. Haie, Muränen und Schildkröten sind dabei recht häufig zu sehen, ab und zu sind auch Delfine anzutreffen.

Tauchschule:
Dazu kann ich recht wenig sagen, da wir erst in der zweiten Woche zum Schnuppertauchen waren, plus 2 weitere Tauchgänge mit Tauchlehrer. Diese Angebote wurden, jedenfalls nach meinem Eindruck, sehr professionell durchgeführt. Die Ausrüstung machte ebenfalls einen guten Eindruck und die Mitarbeiter waren alle sehr nett und bemüht die Wunschtermine für die Gäste auf die Reihe zu bekommen. Alle Leistungen der Tauchschule werden übrigens am Ende des Urlaubs über die Hotelrechnung abgerechnet. Die Preise sind malediven-typisch recht hoch. Am Mittelmeer bekommt man die Tauchkurse schon für etwas mehr als die Hälfte.

Sportangebot:
Es gibt eine Wassersportstation, wo man Surfbretter und kleine Kanus mieten kann. Für Surfer die mit Wellen kein Problem haben, bietet die Lagune an der Westseite ein ganz gutes Revier. Die Windstärken lagen hier typischerweise bei 3-4, selten auch bei 5-6. Die Kanus machen allerdings nicht viel Sinn, da man sich zunächst durch die Wellen kämpfen muß und es keine vorgelagerten Inseln oder andere Ziele gibt, die man ansteuern könnte. Außerdem gibt es noch einen Katamaran, den man mit Skipper mieten konnte.

Ansonsten wird täglich nachmittags Fußball und Volleyball angeboten, was insbesondere vom Personal stark genutzt wird. Eine gute Gelegenheit die Leute mal außerhalb der Arbeit kennenzulernen.

Seit diesem Jahr gibt es auch einen klimatisierten Fitnessraum, der mit sehr aktuellen und neuwertigen Geräten ausgestattet ist. Die Tageskarte kostet 10 US$, allerdings haben wir fast nie jemanden gesehen, der dieses Angebot genutzt hätte. Ebenfalls neu ist das Spa, wo drei indische Mitabeiter(innen) diverse Massagen anbieten. Die Preise gehen aber erst bei 25$ los, also recht teuer. Auch dieses Angebot wurde nach unseren Erfahrungen nicht übermäßig genutzt.

Sonstiges:
Wir waren erstaunt wie wenig Ungeziefer es auf der Insel gab. Lediglich einige wenige Mücken haben uns abends gestört, die man sich aber mit "Autan family" gut vom Leib halten konnte. Interessanterweise hat das normale flüssige Autan bei mir nicht geholfen, die "family"-Variante als Lotion dagegen sehr wohl! Während der 14 Tage wurde einmal gegen Insekten "genebelt", sowohl Geckos als auch die zahlreichen Flughunde scheinen diese Aktion jedoch zu vertragen. Kakerlaken haben wir ganz vereinzelt in der Bar gesehen (2 oder 3) und ein kleines Exemplar hat sich einmal in unser Zimmer verirrt (absolut nicht der Rede wert). An der Sauberkeit hat das jedenfalls nicht gelegen, nach den Besuchen des Roomboys (2x täglich) war das Zimmer immer in perfektem Zustand. "Palmhörnchen" gab es keine, Sandfliegen ebenfalls nicht. Im Bad und am Strand findet man immer wieder mal Ameisen, die aber auch nicht stören und i.d.R. nicht bis ins Zimmer vordringen. Falls doch werden sie vom Roomboy umgehend beseitigt.

Hygiene: Das Leitungswasser wird aus Meerwasser gewonnen und machte einen sehr guten Eindruck. Man soll es zwar nicht trinken, zum Zähneputzen ist es aber problemlos geeignet. Eis in den Getränken kann man auch zu sich nehmen, wir haben keinerlei Probleme damit gehabt und auch von keinen Magen-Darm-Erkrankungen bei anderen Gästen gehört.

Personal: Generell ist das Personal auf Veligandu äußerst freundlich und zuvorkommend, vom Gärtner bis zum Kellner. Man hat den Eindruck, dass die Leute Spaß an der Arbeit haben und außerdem gut ausgebildet wurden.

Gäste: Hauptsächlich Deutsche und Schweizer, dazu einige Briten und Italiener. Keine dieser Gruppen ist irgendwie störend oder sonstwie negativ in Erscheinung getreten. Allerdings hätte ich einen Italiener erwürgen können, der bei der Schnorchelsafari eine große Schildkröte verjagt hat, weil er zu blöd war ;-). Aber das war zum Glück nur ein Einzelfall.

Kommunikationseinrichtungen: Die Zimmer haben alle Direktwahltelefon, Verbindungen nach Deutschland lt. Preisliste für 4$ die Minute. Allerdings vermute ich, dass die Verbindungszeit bereits mitgerechnet wird. Angerufen werden kann man allerdings nur über die Rezeption, der Anrufende sollte daher etwas Englisch sprechen können. Unser D2-Handy hat auf der Insel ebenfalls funktioniert, allerdings kann man keine SMS versenden (nur empfangen). Aufgrund der teuren Roaming-Preise ist es wesentlich günstiger sich anrufen zu lassen. Die Verbindung ist ganz gut, aber durch die Satelliten-Übertragung deutlich verzögert.

Ansonsten gibt es noch zwei Internet-PCs, für die man zeitlich begrenzte Zugänge kaufen kann. 30 Minuten kosten 10$, 60 Minuten 15$. Man muß diese Zeit aber nicht am Stück verbrauchen, sondern kann jeden Tag ein paar Minuten online gehen (wer's braucht ;-)).

Einkaufen: Im Inselshop gibt es von Postkarten über Zigaretten bis hin zu Andenken alles was man evtl. benötigt. Allerdings zu horrenden Preisen und direkt zu bezahen (nicht über die Hotelrechnung, akzeptiert werden US$ und Kreditkarten). Mitbringsel und Zigaretten kauft man daher besser bei einem Ausflug auf die Einheimischen-Insel Rhasdoo (entweder halbtags als Shopping-Ausflug angeboten, bzw. im Rahmen des Insel-Hopping). Handeln ist dort Pflicht, 25-35% je nach Wert der Ware sind machbar. Die Preise für viele Dinge sind aber so gering, dass man sich teilweise schon ziemlich blöd dabei vorkommt. Wer den Einkauf auf Rhasdoo versäumt, sollte dennoch im Inselshop zuschlagen, die Preise am Flughafen in Male sind nochmals um einiges höher.

Fazit:
Insgesamt ist Veligandu eine sehr schöne, ruhige Barfuß-Insel. Wer Ruhe sucht oder tauchen möchte, ist hier sicher nicht verkehrt. Wer Action und Party braucht, sollte sich jedoch eine größere Insel aussuchen. Für uns war es jedenfalls ein Traumurlaub und wir werden bestimmt wiederkommen.

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(c) 2002, Stefan Kupner